Ja, es stimmt. Hier ist lange nichts erschienen. Meine kreativen Energien flossen stattdessen in die Formulierungen zahlreicher Predigten und Andachten vor sehr verschiedenen Publika aller Generationen und Couleur. In neue Vorlesungen vor Studenten, die schon bald die Gemeinde von morgen leiten werden. Vor allem aber in meine Forschungsarbeit: eine Abhandlung als Versuch, 20 Jahre Gemeindegründung im schwedischen und internationalen Kontext besser zu verstehen. Denn die große Frage lautet doch: Warum werden die Kirchen des Westens trotz großer existenzieller Krisen immer leerer statt voller?!
Vor ein paar Jahren fing die Suche nach Antworten mit verschiedenen Büchern an, von denen ich schon ein paar auf dieser Seite vorgestellt habe. 2024 überzeugten mich kluge Freunde, daraus eine offizielle Forschungsarbeit zu machen. Zwei Wochen nach jenem Entschluss wurde zwar unser Leben durch den Unfall erstmal ordentlich auf den Kopf gestellt, aber in dieser Zwangspause überlegte ich mir, eine Abhandlung über die theologiehistorische und ideengeschichtliche Entwicklung der heute westlichen Kultur zu schreiben – zwar kein besonders originelles Thema, aber sehr wichtig für mich. Jene Arbeit wurde von einem erfahrenen Veteranen professionell betreut. Sie hätte im Mai eingereicht und im Juni verteidigt werden sollen. Was ich nicht wusste: Mit dieser Arbeit rollte ich einen Stein zur Seite und fand eine Quelle darunter.
Als ich nämlich fast 30.000 Wörter geschrieben hatte, fand ich eine meiner Schlussfolgerungen besonders beachtenswert: den offenbar bestehenden Zusammenhang zwischen Spiritualität und Technologie. Diese Entdeckung hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, vertraute ich meinem Betreuer an und er gab mir recht: „Wenn du dir vorstellen kannst, nochmal von vorne anzufangen …“ Konnte ich! Genau das wollte ich doch verstehen.
Wir leben in einer Welt, die alles technisch optimieren will – selbst den Menschen. Aber was, wenn gerade darin unsere Unfreiheit liegt? Meine Arbeit sucht nach einer anderen Geschichte – einer, in der Identität wichtiger ist als Kontrolle, und Hoffnung mehr zählt als Effizienz.
Nun ist die neue Arbeit eingereicht, die Verteidigung findet im Dezember statt. Und vielleicht gibt es dann bald auch hier wieder mehr zu lesen.